DER 15. KULTURMETER DER SCHWABACHER GRÜNEN GEHT 2010 AN "DIE SCHNITZERNEGGL"

 

 

Große Ehre für die Schnitzerneggl. Vor einer riesigen Kulisse von Ehrengästen im Schwabacher Stadtmuseum, bekamen die Schwabacher - Ungarndeutschen Komödianten den Kulturpreis der Schwabacher Grünen, den Kulturmeter 2010 überreicht.

Die Laudatio auf die Schnitzerneggl hielt ihr langjähriger Freund, Veranstalter und Gastronom Rudi Nobis. Er war sehr gut informiert und machte einen humoristischen Rückblick auf 17 Jahre Alltagskomik im Nemetkerer Dialekt.

Die Schnitzerneggl widmen den Preis allen Nemetkerern, die ihr Dorf 1946 verlassen mussten und im Güterzug nach Schwabach gekommen sind. Sie konnten nichts mitbringen außer ihrem Nemetkerer Dialekt. Diesen zu bewahren, haben sich die 3 Komödianten zur Aufgabe gemacht.

Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert. Das Geld spendeten die Schnitzerneggl noch während der Ehrung an den Schwabacher Lyons Club für deren Weihnachtsakton. siehe Bericht des Lyons Club Schwabach 

 Foto: Ursula Kaiser-Biburger

 

Zeitungsbericht und Bilder vom Ehrenabend

 UNBESCHWERTE STUNDEN GARANTIERT !

„Die Schnitzerneggl“erhielten den 15. Kulturmeter.

SCHWABACH - „Die Schnitzerneggl“ haben den Kulturmeter verliehen bekommen. Der Kulturpreis wird alljährlich von den Schwabacher Grünen initiiert und soll lokale Kulturschaffende mit überregionaler Bedeutung auszeichnen. Seit 1996 wird er vergeben — das Comedytrio ist somit der 15. Preisträger.

 

Klaus Neunhoeffer (rechts) überreichte den Kulturmeter an die drei „Schnitzerneggl“. Den Preis dürfen sie ein Jahr lang behalten, das Preisgeld reichten sie an den Lions-Club weiter. Auf unserem Bild von links Richard Luxenburger, Hans Werner Stenger, Willy Büttl und Rudi Nobis. Foto: Kronschnabel

Der Kulturmeter der Schwabacher Grünen ist mittlerweile eine feste kulturelle Institution in Schwabach. Das zeigte auch das ausgesprochen rege Interesse und der große Andrang am Ort der Verleihung – einem vollen Schwabacher Stadtmuseum. Sehr zur Freude von Klaus Neunhoeffer, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat und Gastgeber des Abends. „Schwabach ist eine lebendige Kulturstadt. Hier wird Kultur wirklich gefördert, auch jenseits des Mainstreams“, stand für Neunhoeffer fest. Dazu trägt auch der jährlich verliehene Kulturmeter seinen Teil bei. „Werfen wir einen Blick auf die bisherigen Sieger, sind wir mit unserem Kulturmeter in der Welt schon ganz schön rumgekommen“, so Neunhoeffer. Lebendig und international Gemeint ist beispielsweise der ukrainischen Vorjahressieger, Dirigent Vladimir Kowalenko, der mit dem Schwabacher Kammerorchester die musikalische Umrandung an diesem Abend darbot. Auch die diesjährigen Sieger, die Schnitzerneggl, haben internationale – besser gesagt – ungarische Wurzeln. Das komödiantische Trio besteht aus Willy Büttl, Richard Luxenburger und Hans Werner Stenger, die alias Ferry, Franz und Polly auf der Bühne stehen und Alltagskomik im ungarndeutschen Nemetkerer-Dialekt spielen. Seit 1993 sind sie auf den Kleinkunstbühnen der Region unterwegs, vorwiegend in der alten Hasenmühle in Barthelmesaurach. Mittlerweile haben sie bereits elf Programme und drei Weihnachtsspecials herausgebracht. Ausverkaufte Vorstellungen „Ihr habt so vielen Menschen unbeschwerte und amüsante Stunden bereitet. Ihr habt Euch diesen Preis redlich verdient“, war für Rudi Nobis klar. Er hatte die Schnitzerneggl als erstes nach Schwabach in sein damaliges Tanzcafe geholt. Mittlerweile spielen sie im Gaswerk, die Vorstellungen sind praktisch immer lange im Voraus ausverkauft. Die Auszeichnung für die Schnitzerneggl an diesem Abend – der Kulturmeter – erfuhr 2010 eine kleine Änderung: Zum einen ist er nun mit 1000 Euro dotiert, statt bislang 511 Euro (1000 DM). Für das sympathische Trio ist das aber ohnehin nicht von Bedeutung, reichten sie doch den Umschlag gleich an den Lions Club Schwabach weiter. Verewigt auf der Trophäe Darüber hinaus dürfen sie sich aber über eine Wanderauszeichnung erfreuen – einen „Kulturmeter to go“, der jährlich an die neuen Preisträger weitergereicht werden wird. Das Besondere: Auf der Trophäe sind alle Namen der bisherigen Sieger aufgelistet. Gestaltet wurde sie von der Schwabacher Künstlern Barbara Feldmann und von Klaus Regelsberger. Im Anschluss an die Preisverleihung gaben die neuen Preisträger natürlich noch einen vergnüglichen Einblick in ihre herrlich komisch-groteske Alltagscomedy. Bei ihrer bekannten Bühnenszene „die stark alde Männer“ blieb im sonst ja eher ruhigen Stadtmuseum kein Auge trocken. Schon dieser Kurzauftritt genügte um zu beweisen, dass die Schnitzerneggl den Kulturmeter zurecht gewonnen haben. Derzeit basteln die drei an einem neuen Programm. Man darf sich darauf freuen.

MANUEL KRONSCHNABEL

 

                          Fotos: Ursula Kaiser-Biburger und Dagmar Büttl